Willkommen auf der MINT-Seite. Hier veröffentlichen wir Konzepte und Berichte über unseren Schwerpunkt MINT. „MINT-freundliche Schule“ ist eine Auszeichnung für Schulen der Sekundarstufe I, die in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik Bestes zu bieten haben und als Leuchttürme Vorbilder für andere sind. Ansprechpartnerin und Koordinatorin ist Karina Müller (mueller@gesamtschule-seilersee.de).
Bestandteile unseres MINT-Profils sind u. a.
- die zahlreichen Unterrichtsfächer: Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Technik, Themenzeit, Informatik, Wirtschaft und Arbeitswelt
- Technik, Biologie und Chemie auch als Leistungskurs in der Oberstufe
- E- und G-Kurse Physik ab Klasse 9
- Arbeit mit den Ipads
- Projektwoche MINT
- Technik- und Naturparcours in Klasse 8
- Makerspace (Schülerfirma, 3-D-Druck, Lasercutter, Stickmaschine)
- Kooperationen mit außerunterrichtlichen Partnern, u. a. Kooperation mit der Fachhochschule Iserlohn (Zeitungsbericht), Kooperation mit der TU Dortmund (Zeitungsbericht)

Digitale Schule
Die Gesamtschule Seilersee ist bereits als MINT Schule ausgezeichnet und hat die Chance genutzt, nun auch die zweite Auszeichnung zu erlangen.
Am Dienstag, den 23.09.2025, fand die Ehrung im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn statt. Dort wurden wir als digitale Schule geehrt, d.h.:
Das Signet zeichnet Schulen aus, die Digitalisierung in fünf Bereichen nachhaltig umsetzen: Pädagogik & Lernkulturen, Lehrkräftequalifizierung, regionale Vernetzung, Konzept & Verstetigung sowie Technik & Ausstattung. Der Kriterienkatalog orientiert sich an der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“. Die Auszeichnung ist wissenschaftlich fundiert, verbandsneutral und unabhängig.
Für die Auszeichnung mussten in den oben genannten Bereichen entsprechende Mindestkriterien erfüllt werden und auch nachgewiesen werden. Ein Beispiel ist die Integration digitaler Lernstrategien in das Schulkonzept.

Das ist der Pressebericht dazu:
236 Schulen in NRW für MINT und digitale Bildung ausgezeichnet
Schülerfirma
Seilersee-Ideen.de – Schüler gestalten Zukunft
Unsere Schülerfirma Seilersee-Ideen.de ist durch die Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft 2025 gegründet worden. In der Firma entwickeln Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Seilersee eigene Produktideen, setzen Projekte selbständig um und sammeln wertvolle Erfahrungen in Wirtschaft, Design und Organisation.
Von der ersten Idee über Planung, Produktion und Vermarktung – alles liegt in den Händen der Jugendlichen. Dabei entstehen vielfältige Produkte, die nicht nur unsere Schule bereichern, sondern auch zeigen, was junge Menschen mit Engagement und Teamgeist erreichen können.

Begleitet von Lehrkräften und regionalen Partnern (u.a. Hagebau, Risse und Wilke) lernen die Schülerinnen und Schüler, wie Unternehmen funktionieren, wie man Verantwortung übernimmt und nachhaltige Projekte gestaltet. Dabei nutzen wir die Lernfortschritte mit dem iPad aus dem Unterricht. So verbinden wir Lernen mit praktischer Erfahrung – und machen Unternehmertum lebendig und greifbar. Unsere Firma ist beim Finanzamt gemeldet und besitzt eine eigene Steuernummer.
Mit Seilersee-Ideen.de fördern wir Kreativität, stärken Selbstständigkeit und zeigen: Schule kann mehr sein – ein Ort, an dem Ideen wachsen und Zukunft entsteht.
Themenzeit
Themenzeit bedeutet themenorientierter Projektunterricht. Es ist ein Unterrichtsfach an unsere Schule und nimmt die Fächer Gesellschaftslehre (Erdkunde, Geschichte, Politik, Sozialkunde) und Naturwissenschaften (Biologie, Chemie, Physik) auf. Im themenorientierten Projektunterricht wird fächerübergreifend zu Themen der Kerncurricula der einzelnen Fächer gearbeitet.
Warum gibt es TZ an der Gesamtschule Seilersee?
Ziel des themenorientierten Projektunterrichts ist den Schülerinnen und Schülern zu verdeutlichen, dass viele Fragestellungen und Lerninhalte sich nicht auf isolierte Bezüge zu einzelnen Fächern reduzieren lassen, sondern dass es häufig fächerübergreifende Zusammenhänge gibt, die für das Verständnis von Problemstellungen und damit auch von Lerninhalten wichtig sind.
Eine Bildung für das 21. Jahrhundert muss berücksichtigen, dass wir heute in einer globalisierten und vernetzten Welt leben, deren Probleme sich nicht mehr mit einzelnen Fachdisziplinen lösen lassen. Die Chancen der Kinder auf eine Zukunft, in der sie selbstbestimmt und erfolgreich ihr Leben meistern können, wachsen in dem Maße, wie es ihnen gelingt, selbständig und problemlösungsorientiert an Fragestellungen zu arbeiten, die sie über den Tellerrand des unmittelbaren sozialen Umfeldes und einzelner Fachdisziplinen hinaus schauen lassen und sie die Gesellschaft und die Welt, in der sie leben, in ihrer Komplexität und ihren vernetzten Strukturen begreifen lassen. Dazu gehört auch die Flexibilität im Umgang mit anderen Menschen und die Fähigkeit gemeinsam mit anderen an Problemstellungen zu arbeiten.
Wie wird in Themenzeit gearbeitet?
Pro Halbjahr wird im themenorientierten Projektunterricht an drei großen Projektthemen gearbeitet. Die Themenstellung ergibt sich aus den curricularen Vorgaben der an TZ beteiligten Fächer. In einer Basisphase werden den Schüler:nnen grundlegende inhaltliche und methodische Kompetenzen vermittelt, die für die Erarbeitung des Projektthemas notwendig sind. Diese Basisphase schließt in der Regel bereits mit einem Test von erarbeiteten Inhalten ab. In der darauffolgenden Projektphase wird projektartig an einer bestimmten Fragestellung zu dem Thema gearbeitet und im Anschluss mit einer Präsentation der Schulöffentlichkeit vorgestellt.
Neben der fächerübergreifenden inhaltlichen Auseinandersetzung mit Fragestellungen werden in der Themenzeit auch unterschiedliche methodische Erarbeitungsformen sowie verschiedene Präsentationsfähigkeiten vermittelt und eingeübt.
Auf diese Weise wird in der Themenzeit das eigenverantwortliche und selbständige Arbeiten, aber auch die Teamfähigkeit in der Gruppenarbeit trainiert und eingeübt.
Ein Bestandteil der Themenzeit sind die historischen Stadterkundungen in Iserlohn. Lesen Sie hier einen Bericht
Historische Stadterkundung Iserlohns – „Nie wieder ist jetzt!“
Wie in jedem Jahr fand in diesem Monat die historische Stadterkundung Iserlohns durch den 6. Jahrgang unserer Schule statt. Die zunehmenden antisemitischen Übergriffe und Demonstrationen in Folge des Terrorangriffs der Hamas vom Oktober 2023 sowie die ansteigende Beliebtheit rechtspopulistischer sowie rechtsextremer Parteien weltweit zeigen exemplarisch, wie wichtig die Beschäftigung mit dem Thema Nationalsozialismus und Antisemitismus auch heute noch ist.

Die historische Stadterkundung, begleitet durch Herrn Simon von der Stadt Iserlohn, begann in der Stadtbücherei im alten Rathaus. Mithilfe von Tablets suchten die Kinder in Kleingruppen in Form eines Quiz Antworten auf Fragen zum Thema Nationalsozialismus und Antisemitismus und erkannten, dass auch das alte Rathaus in Iserlohn zur Zeit des Dritten Reiches von der Beflaggung mit Hakenkreuzfahnen nicht verschont geblieben war.

Auf dem Weg von der Stadtbücherei zum ehemaligen Standort der Synagoge, welche in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von den Nationalsozialisten abgebrannt wurde, zeigte Herr Simon den Schülerinnen und Schülern die im Boden eingelassenen Stolpersteine, welche auf ehemalige Geschäfte oder Wohnungen jüdischer Iserlohner verweisen. Insbesondere das Schicksal der 13-jährigen Lotte ging den Kindern zu Herzen. Darüber hinaus reagierten sie mit Unverständnis auf die Tatsache, dass am ehemaligen Standort der Synagoge kein unmittelbarer Hinweis zu finden war. Aufgrund der Eigentürmer der entsprechenden Häuserreihe war die Stadt Iserlohn gezwungen, die Gedenktafel gegenüber von dem ehemaligen Standort aufzustellen.
Als Nächstes führte Herr Simon die Schülerinnen und Schüler zum Stadtmuseum und dort durch die Ausstellung zum Thema Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg. Im Anschluss daran ging es in den Stollen unter der Obersten Stadtkirche neben dem Spielplatz an der Bauernkirche. Ausgestattet mit Helmen versuchten die Kinder sich im Inneren des Stollens vorzustellen, wie sich die Iserlohner zur Zeit des 2. Weltkrieges (1939-1945) gefühlt haben müssen, die dort vor Bombenangriffen Zuflucht suchten.


Nach dem Besuch des Stollens machten sich die Schülerinnern und Schüler auf den Weg zum „Mensch aus Bronze“, der in der Nähe des Stadtbahnhofes steht. Herr Simon erklärte, dass der „Mensch aus Bronze“ deshalb nackt und voller Macken sei, um zu symbolisieren, wie viel Leid die Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus ertragen mussten. Die vier Gedenkplatten auf dem Boden sollen an die vielen Opfer der Nationalsozialisten erinnern und mahnen, dass so etwas Schlimmes „NIE WIEDER“ passieren darf.
Zum Abschluss der historischen Stadterkundung zeigte Herr Simon den Schülerinnen und Schülern in der VHS einen Film über das Leben von Carl-Heinz Kipper, der als deutscher Jude in Iserlohn zur Zeit des Nationalsozialismus 13 Jahre in Angst leben musste. Von seinen 64 Familienmitgliedern überlebten lediglich 6 das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Dennoch hat Herr Kipper bis zu seinem Tod 2014 Iserlohn nie den Rücken zugekehrt, sondern Schulkassen von seiner Geschichte erzählt, damit sie aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft lernen.
Wir werden seine Botschaft „NIE WIEDER“ nach diesem Tag weitertragen.
Vielen Dank an Herrn Simon (Stadt Iserlohn), Herrn Häusser (Stadtmuseum) und Frau Budde (Stadtbücherei) für den spannenden Einblick in die Iserlohner Stadtgeschichte!
PS: Den zum Nachdenken anregenden Film „Carl-Heinz Kipper: 13 Jahre in Angst“ findet man hier.






