Erasmus+ in Cambrai: Umweltbewusstsein und Industriekultur im europäischen Austausch

Vom 26. bis 30. Mai nahmen zwölf Schülerinnen und Schüler unserer Schule im Rahmen des Erasmus+-Programms am Gegenbesuch bei unserer Partnerschule in Cambrai teil. Nachdem die französischen Austauschpartner bereits Deutschland besucht hatten, bot die Mobilität in Nordfrankreich nun die Gelegenheit, gemeinsame Projekte fortzuführen, die Sprachkenntnisse zu vertiefen und Europa aktiv zu erleben.
Im Mittelpunkt der Austauschwoche standen die Themen Umwelt, Nachhaltigkeit und Industriekultur. Bereits am ersten Tag wurden die deutschen Schülerinnen und Schüler herzlich an der Partnerschule empfangen. Bei einer Schulführung und gemeinsamen Unterrichtsstunden konnten sie den französischen Schulalltag kennenlernen und ihre Fremdsprachenkenntnisse in authentischen Situationen anwenden.
Ein besonderer Höhepunkt war der Ausflug nach Berck an der französischen Nordseeküste. Dort beteiligten sich die Jugendlichen an einer Strandreinigungsaktion, die in Zusammenarbeit mit der Stadt organisiert wurde. Durch die praktische Arbeit wurde deutlich, welche Auswirkungen Müll und Umweltverschmutzung auf sensible Ökosysteme haben. Die Schülerinnen und Schüler leisteten dabei einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz und setzten sich gleichzeitig mit nachhaltigem Handeln im Alltag auseinander.

Auch der Besuch der Ausstellung „Biz’arbres“ in der Maison de la Nature griff das Umweltthema auf. Dort lernten die Teilnehmenden die wichtige Rolle von Bäumen für das Klima und die biologische Vielfalt kennen. Die Ausstellung regte dazu an, über den Schutz natürlicher Ressourcen und die Verantwortung jedes Einzelnen für die Umwelt nachzudenken.
Neben dem Umweltaspekt spielte auch die Industriekultur der Region eine wichtige Rolle. Bei der Besichtigung der historischen Souterrains von Cambrai erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Geschichte der Stadt und ihrer Entwicklung. Besonders eindrucksvoll war der Besuch des Centre Historique Minier de Lewarde, des größten Bergbaumuseums Frankreichs. Dort erfuhren die Jugendlichen, wie die Arbeit der Bergleute über Generationen hinweg das Leben in Nordfrankreich geprägt hat.

Dabei wurde auch eine Verbindung zu den Erfahrungen der französischen Austauschpartner während ihres Aufenthalts in Deutschland hergestellt. Diese hatten zuvor das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum besucht. Der Vergleich der beiden Regionen zeigte, wie eng Umwelt, Industrie und gesellschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind. Besonders interessant war die Erkenntnis, dass ehemalige Industrieanlagen heute häufig neue Funktionen übernehmen: Aus früheren Zechen, Fördertürmen und Industriegebäuden entstehen Kulturstätten, Museen, Veranstaltungsorte oder Freizeitangebote. So bleibt das industrielle Erbe erhalten und wird gleichzeitig nachhaltig genutzt.
Ein weiterer Höhepunkt war der gemeinsame Besuch des Parc Vernier in Douai. Beim Klettern im Hochseilgarten und beim Tretbootfahren standen Teamarbeit, gegenseitiges Vertrauen und das gemeinsame Erleben im Vordergrund. Solche Aktivitäten stärkten die Freundschaften zwischen den deutschen und französischen Jugendlichen und förderten den interkulturellen Austausch.

Am letzten Tag reflektierten die Teilnehmenden ihre Erfahrungen und hielten ihre Erkenntnisse fest, bevor die deutschen Schülerinnen und Schüler die Heimreise antraten. Die Woche zeigte eindrucksvoll, wie europäische Austauschprojekte junge Menschen dazu ermutigen, Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen, andere Kulturen kennenzulernen und Gemeinsamkeiten über Ländergrenzen hinweg zu entdecken.
Wir bedanken uns herzlich bei unserer Partnerschule in Cambrai, den Gastfamilien sowie bei Erasmus+ für die Unterstützung dieses gelungenen Projekts und freuen uns bereits auf die weitere Zusammenarbeit.

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